Über 200 Kinder nahmen an unserem Projekt „Kinder aus geflüchteten Familien handwerklich bilden, fördern und integrieren“ teil, die meisten davon mit Fluchterfahrungen. Das Projekt dauerte drei Jahre, gefördert wurde es durch die Stiftung Kinderland Baden-Württemberg und durch die Wiedeking-Stiftung Stuttgart.
In regelmäßigen, wöchentlichen Kinderwerkstätten und in besonderen handwerklichen Angeboten in Ferienprogrammen wurde den Kindern die Möglichkeit geboten, praktische und soziale Kompetenzen zu entwickeln sowie ihre Persönlichkeit zu stärken.
Beim Schreinern, Töpfern, Nähen, Kochen, Backen oder in der Gartenarbeit zeigten die Kinder beeindruckende Fortschritte. Nebenbei verbesserten sich ihre sozialen Kompetenzen merklich. Denn die Werkstätten boten den Kindern auch Strukturen – Beziehungen, Orientierung, Sicherheit – die handwerkliches Lernen erst ermöglichten.
Ende September 2024 endet die Projektförderung und damit auch dieses erfolgreiche Projekt in Passerelle. Aber einen Teil der bewährten Angebote können wir durch Spenden mit Honorarkräften weiterführen.
Unsere Ausstellung „Hier & Jetzt“ ist noch bis zum 17. März in der St. Michaels Kirche in Tübingen (Hechinger Straße) zu sehen.
Die Gemeinde macht mit einem großen Banner vor der Kirche Werbung.
Die Ausstellungseröffnung war gut besucht, hinterher gab es noch Snacks und Getränke, der Fotograf, Menschen aus Passerelle und Besuchende haben sich gemischt, informiert und angeregt unterhalten.
Mittlerweile fanden zwei gut besuchte Veranstaltungen statt, eine Lesung mit Jihan Alomar und ein Informationsabend zur Situation der Jesiden mit Duleem Ameen Haji. Außerdem hat eine Schulklasse die Ausstellung besucht, zwei unserer „Projektkinder“ aus Passerelle haben durch die Ausstellung geführt.
Eine sehr schöne Kooperation – ein dickes Danke an die Michaelsgemeinde“!
Der erste Personalwechsel in Passerelle steht an: Svenja verlässt das Projekt Passerelle, um sich ganz ihrem neuen Traumprojekt im Alten Waschhaus zu widmen.
Svenja hat die Nähwerkstatt aufgebaut, professionalisiert und lange begleitet; sie hat Produkte designt und ästhetisch präsentiert. Dann hat sie unseren Projektteil Kinderwerkstätten konzipiert und als Kinder- und Jugendkoordinatorin geleitet.
Svenja war im Kinderprojekt der ruhige Fels in der Brandung, sie hatte die Fäden fest in der Hand und war der zentrale Netzpunkt für die Angebote – die fachlich-handwerklichen, wie auch für die sozialen Aspekte in der Arbeit mit Kindern.
Sie hat das alles souverän gemeistert und das ganze Projekt Passerelle mit ihrer Persönlichkeit, ihren Impulsen und vielseitigen Kompetenzen geprägt.
Wir sagen herzlichen Dank für so viel Engagement, Freude und Inspiration – und wir freuen uns sehr, dass wir mit ihrem neuen Projekt schon in einer kooperierenden Verbindung stehen.
Mit über 400 Besucherinnen und Besuchern ging unser Ausstellungsprojekt „Hier und Jetzt“ als großer Erfolg zuende. Bei der Vernissage, an den Öffnungstagen, bei den Abendveranstaltungen und bei der Finissage am letzten Tag – immer war das Interesse sehr groß, die Fotos waren ein guter Einstieg, um sich auch für das Material zu interessieren. Viele Besucher:innen fragten nach oder kamen ins Gespräch mit den Aufsichten.
(Ausstellungseröffnung)
Die Bilder und Informationen entstanden in enger Zusammenarbeit mit Neutüberinger:innen mit jesidischen Wurzeln. In der ersten Projektphase wurden Gespräche mit Geflüchteten geführt, parallel fanden die Foto-Sessions statt, in denen sich die Menschen selbst so zeigen konnten, wie sie es in dem Moment empfunden haben. In der zweiten Projektphase wurde die Ausstellung fast einen Monat lang im Alten Waschhaus gezeigt. In diesem Rahmen fanden auch zwei Abendveranstaltungen statt: eine Lesung mit der Autorin Badiah Jazaa eine Talkrunde mit acht geflüchteten Jesidinnen und Jesiden. Bei beiden Veranstaltungen gab es eine rege Beteiligung des Publikums und auch danach noch viele anregende Gespräche.
Das Ausstellungsprojekt ist damit nicht abgeschlossen, es gibt starkes Interesse, es auch andernorts zu zeigen. Direkt nach dem Abbau wanderten die Fotos in eine Reutlinger Schule (im Rahmen ihrer „Tage gegen Rassismus“), danach haben sich schon vier Schulen in Tübingen fest angemeldet, auch eine Kirchengemeinde möchte die Ausstellung in ihrem Gemeindehaus zeigen.
(Erinnerungsfoto mit zwei Vertretenden der Firma AT&T, die für das Projekt gespendet hatten)
Interessante und aufregende Zeiten waren das, für alle Beteiligten: Das Projekt Passerelle und die drei Häuser im Areal wurden am 3. November in der Landesschau Baden-Württemberg vorgestellt.
Viel Arbeit fürs Projekt: Wir haben die Redakteurin informiert, die Geflüchteten vermittelt, die Sache mit ihnen vor- und nachbereitet und die Aufnahmen begleitet.
Herausgekommen ist ein schöner, stimmungsvoller und informativer Beitrag – und eine Wertschätzung unserer Arbeit in Passerelle und drumrum.
So lang und heiß der Sommer war, so heftig kam der Herbst mit der plötzlichen Frische – Zeit für einen wärmenden Rückblick auf die vergangenen Monate. In Passerelle gab es kein „Sommerloch“ (aber schon einpaar Tage Urlaub). Die Holzwerkstatt boomt gerade, es gibt viele Schnupper-Interessierte und Kurz-Praktikanten mit Fluchtgeschichte. Die jungen Männer, die schon länger und regelmäßig kommen, sind gern dabei und stecken sich mit ihrer Motivation gegenseitig an, das hebt Arbeitsfreude und -moral. In der Nähwerkstatt arbeitet das bewährte Team von vier Frauen, routiniert und in immer besserer Qualität. Beratung und Alltagsunterstützung fallen praktisch ständig an, da gibt es keine Sommerpause: irgendwas ist immer, zum Beispiel die enorm gestiegenen Energie- und Stromkosten, die vielen Geflüchteten Sorgen machen. Hier gibt es mal wieder einen ganz neuen Informations- und Beratungsbedarf. Auch der Gemeinschaftsgarten war den ganzen Sommer über sehr gefragt, es wurde dieses Jahr sehr viel geerntet, aber es musste ständig gegossen werden – immer auch Anlässe zur Begegnung, zum kurzen Gespräch oder auch zum länger miteinander reden im Schatten am Sitzplatz im Garten.
Viele Kinder aus Fluchtfamilien sind in den langen Ferienwochen schlecht betreut und unterbeschäftigt. Für sie ist unser Sommerferienprogramm besonders wichtig. Das absolute Highlight in unserem Kinderprogramm war dieses Jahr der Skateboard-Kurs, den wir zum ersten Mal anbieten konnten: Daniel und Enzo – zwei echt coole junge Männer – brachten zehn Mädchen und Jungen auf unterschiedlichen Plätzen in Tübingen das Skateboard-Fahren bei.
Bis auf ein Kind war noch keines vorher auf einem Skateboard gestanden, aber alle waren hoch motiviert. Auch Kinder, die sich sonst schwer tun mit Üben, Trainieren oder der Disziplin waren konzentriert und mit Feuereifer dabei, manche wurden richtig ehrgeizig, sie wollten es können und wissen. Erstaunlich, wie schnell die Kinder die Sache lernten und beherrschten, acht von ihnen fuhren am Schluss beim Drop-in voll die steile Rampe runter, was sich die Erwachsenen vom Team in Passerelle nie getraut hätten.
Alle unsere Angebote, Initiativen und Programme sind nur möglich, weil es – neben der Förderung – auch viele, viele große und kleine Spenden gibt: Ohne Spenden müssten wir zumachen, weil wir den Eigenanteil nicht finanzieren können. Deshalb sind wir sehr dankbar dafür, dass nach wie vor viele Menschen das Projekt Passerelle durch ihre Spenden unterstützen!
Fast unglaublich: Schon seit drei Jahren arbeitet das Projekt Passerelle durchaus erfolgreich mit Geflüchteten und im Quartier. Die ersten drei Jahre haben wir – im doppelten Sinne – erfolgreich geschafft! Anfang Februar hat ein neuer Abschnitt im Projekt Passerelle begonnen. Jetzt gehen wir frohgemut ans Weitergestalten und -bewältigen.
Der Jahresrückblick biet einen Rückblick aufs vergangene und Ausblicke auf die kommenden Jahre. Klicke hier, um ihn zu lesen oder herunterzuladen:
Das Projekt Passerelle vertritt einen gesundheitsbildenden und -fördernden Ansatz. Dazu wurde ein eigenes Konzept entwickelt und praktisch kontinuierlich umgesetzt. Im aktuellen Präventionsbericht des GKV-Spitzenverbands wurde Passerelle nun als Beispiel für gute Praxis der gesundheitlichen Prävention in Baden-Württemberg hervorgehoben und vorgestellt (S. 30).
Der jährliche Präventionsbericht bildet das gesundheitsfördernde und präventive Engagement der Kranken- und Pflegekassen ab. Er ist eine feste Größe als Datenbasis zu Gesundheitsförderung und Prävention.
Vom Beginn des Projekts Passerelle an standen die Kinder Schlange, bei unseren Pilotangeboten waren sie mit Feuereifer dabei Allmählich wurde klar: Eigentlich braucht es für diese Zielgruppe ein eigenständiges Angebot.