Sportmobil bei Passerelle

Im Projekt Passerelle kümmern wir uns auch um Gesundheit und Bewegung, für Geflüchtete und alle aus der Nachbarschaft bzw. aus dem Quartier. Als Angebot für Kinder und Jugendliche ist es uns gelungen, das Sportmobil der Württembergischen Sportjugend zu engagieren, am  Montag (26.08.2019) kam es zum Parkplatz am Hechinger Eck.

Auf dem Platz wurden dann viele Spiel-und Sportgeräte aufgebaut, bekannte und weniger bekannte. Kinder und Jugendliche konnten neue Sportarten kennenlernen, Spaß haben und sich austoben. Die Angebote reichten von Badminton bis Volleyball, auch Geschicklichkeitsspiele standen bereit: Jongliergeräte, Pedalos oder eine Slackline.

Für ganz kleine, mittlere und größere Kinder und Jugendliche aus den Häusern für Geflüchtete war das ein willkommenes Angebot – gerade in der sonst eher ereignisarmen Sommerferienzeit.

Nähwerkstatt in Passerelle

Die Nähwerkstätten, die dreimal wöchentlich in Passerelle stattfinden, sind von den geflüchteten Frauen stark nachgefragt. In den ersten Monaten standen private Nähinteressen im Vordergrund, wie Kleidchen oder Hosen für die Kinder und viele Reparaturen. Mittlerweile wurde begonnen, Produkte zu entwickeln und herzustellen, die dann verkauft werden können, zum Beispiel beim Lorettofest oder auf dem Weihnachtsmarkt.

EXIT-Gruppe

Seit Juni findet regelmäßig am Montag- und Donnerstagabend die EXIT-Gruppe im Projekt Passerelle statt. Das Programm wurde in Norwegen in der Arbeit mit traumatisierten Geflüchteten entwickelt und hilft ihnen bei der Lebensbewältigung. Es ist keine Therapie, sondern zeigt mit stabilisierenden Übungen Möglichkeiten auf, wie mit schlimmen Erfahrungen und Erinnerungen umgegangen werden kann. Die Gruppen werden von Elisabeth Yupanqui Werner und Reinhard Winter angeleitet. Meistens kommen zwischen fünf und zehn Personen, um an der Gruppe teilzunehmen.

Manchmal haperts mit der Sprache. Beim 14.  Exit-Treffen gab es deshalb etwas Besonderes: zwei Dolmetscherinnen übersetzten die Informationen, die Elisabeth zum Exit-Ansatz gab, und die Fragen und Anliegen der Teilnehmerinnen. Und danach gab es wie immer Obst, Kekse und Getränke zum Ausklang in der Abendsonne.

Pizza in Passerelle

Mindestens so turbulent wie auf einer italienischen Piazza ging es beim Pizza-Workshop im Passerelle-Gemeinschaftsraum zu. Manuela Martella stammt aus Süditalien und lebt in Reutlingen. Sie erklärte und zeigte genau, wie das Pizzabacken hinhaut. Das wollten sechs Mütter und fünfzehn Kindern auch erfahren.

Nebenbei gab Manuela als Ärztin den Müttern noch Hinweise zur gesunden Herstellung selbst gemachter Pizza, im Gegensatz zu gekaufter Fertigpizza. Die Kinder wollten das allerdings weniger wissen, sie waren mehr am Endprodukt interessiert. Nach zwei Stunden war es dann auch so weit, die ersten Passerelle-Pizzavariationen waren fertig und nach kurzer Zeit gegessen.

 

 

Ausflüge zur Kinder- und Jugendfarm

In Passerelle hat das Ferienprogramm für Kinder und ihre Eltern begonnen.  Dabei haben wir am 29. und am 30. Juli gleich zwei Ausflüge zur Kinder- und Jugendfarm in Derendingen unternommen. Jeweils bis zu 9 Kinder und Jugendliche waren dabei, zum Teil mit ihren Eltern. Ein tolles Erlebnis für alle, Einblicke in die Welt der Jugendfarm zu bekommen, sich dort aufzuhalten, die Tiere zu beschnuppern – alles hat den Kindern und den Erwachsenen Freude bereitet. Vielen Dank an das Team der Kinder- und Jugendfarm in Derendingen, für die Führungen, Einweisungen und für die Betreuung des laufenden Spielbetriebes! Die Besuche sollen Kindern und ihren Eltern Spaß machen, sie aber auch motivieren, die Kinder- und Jugendfarm auch selbstständig und vielleicht regelmäßiger zu besuchen: Passerelle schafft Übergänge.

(Hinweis: Ein Blick in den Hühnerstall, Fotos von Kindern sind auf der Jugendfarm unerwünscht)

Passerelle schwimmt und geht Baden

Sommer – Wasser – Freibadzeit! Viele Kinder aus geflüchteten Familien können aber noch nicht schwimmen, und viele Eltern können sich die Freibadbesuche nicht leisten. Was tun? Elmar Fürbringer ist in unserem Bereich Gesundheitsförderung aktiv geworden, hat recherchiert, telefoniert und organisiert: Jetzt können elf Kinder aus fünf Familien an Schwimmkursen bzw. am Sommerferienprogramm  teilnehmen. Das war möglich durch die Förderung und Unterstützung im Programm „Schwimmen für alle Kinder“, organisiert vom „Bündnis-für-Familie-Tübingen“.  Aber damit nicht genug, er hat sich auch noch um die „Freibad-Gutscheinaktion 2019“ der Stiftskirche Tübingen gekümmert, dort gibt es Freibadsaisonkarten für Flüchtlingskinder und eine erwachsene Begleitperson. Damit wurden die Familien ebenfalls versorgt. Jetzt steht dem Freibadbesuch nichts mehr entgegen. Außer vielleicht  manchmal das Wetter.

Wie läufts bei Passerelle?

Immer wieder sprechen uns Nachbarinnen und Nachbarn, Bekannte oder einfach so interessierte an mit der Frage: „Wie läuft‘s eigentlich bei Passerelle?“ Und unsere Antwort? „Passerelle läuft gut!“ Meistens ist dann gar nicht so viel Zeit, um das im Einzelnen zu erklären, wir schildern dann einfach und spontan einpaar aktuelle Einblicke und Eindrücke.

Wir haben engagierte und fleißige Mitarbeitende, Honorarkräfte und Freiwillige. Es sind viele und ganz unterschiedliche Angebote, die in Passerelle „laufen“ und in denen das Projekt schafft. Die Nähwerkstätten werden sehr gut besucht, dafür gibt es mittlerweile eine zusätzliche Honorarkraft. Der Gemeinschaftsgarten wird gemanagt und fängt an zu ergrünen, sogar erste kleine Ernten sind absehbar. Für Kinder gibt es Kreativ- und Werkangebote.

Alltagsberatungen zu Lebens-, Gesundheits- und Erziehungsthemen, oft „zwischen Tür und Angel“ werden geleistet. In der Schreinerwerkstatt wurde eine Upcycling-Bank gebaut, gerade entstehen Prototypen für die Hochbeete und dort wirkt auch wöchentlich die „Werkstatt St. Michael“.  Die EXIT-Gruppe hat sich etabliert und trifft sich zwei mal wöchentlich (mit zuletzt neun Teilnehmerinnen und fünf Kindern); hier werden Techniken zum Umgang mit psychosomatischen Beschwerden und zur (posttraumatischen) Stressbewältigung vermittelt. Und die Auseinandersetzung mit Müll- und Hausreinigungsfragen schafft Probleme ab und lässt neue erkennen.

Genutzt werden die Angebote von Menschen aus dem Haus Passerelle, von den anderen beiden Häusern (Neue Nachbarn und Familienheim) und auch aus ganz Tübingen: eine Gruppe junger Männer aus Gambia trifft sich in Passerelle, um zu Kochen und sich gesundheitlich weiter zu bilden. Schön zu sehen: über die Nutzenden, die haupt- und ehrenamtlichen entstehen Übergänge und viele Formen der Verbindung.

 

Anfang gut ge-schafft!

Der Anfang ist ge-schafft! Mit gleich zwei Projektauftakten wurde die Einrichtungsphase des Projekts Passerelle abgeschlossen: Ein Anlass fand für alle statt, die das Projekt ermöglicht haben, und ein „Nachmittag der offenen Türen“ für alle Interessierten. Beide Veranstaltungen waren sehr gut besucht, das belegt das starke Interesse für das Projekt. Beim Nachmittag der offenen Tür waren es vor allem Kinder und Eltern – viele Geflüchtete, aber auch viele aus dem Quartier – die in der Werkstatt eifrig werkelten: genau so hatten wir uns das vorgestellt!

Mittlerweile spricht es sich unter den Geflüchteten in den drei Häusern, aber auch in ganz Tübingen herum, was in Passerelle geboten und möglich ist. Die Nachfrage nach den Werkstattangeboten ist groß, vor allem am Nähen, Schreinern undMöbelrestaurieren. Auch die „Werkstatt St. Michael“ hat ihre regelmäßige Arbeit aufgenommen. Passerelle schafft.