Passerelle schwimmt und geht Baden

Sommer – Wasser – Freibadzeit! Viele Kinder aus geflüchteten Familien können aber noch nicht schwimmen, und viele Eltern können sich die Freibadbesuche nicht leisten. Was tun? Elmar Fürbringer ist in unserem Bereich Gesundheitsförderung aktiv geworden, hat recherchiert, telefoniert und organisiert: Jetzt können elf Kinder aus fünf Familien an Schwimmkursen bzw. am Sommerferienprogramm  teilnehmen. Das war möglich durch die Förderung und Unterstützung im Programm „Schwimmen für alle Kinder“, organisiert vom „Bündnis-für-Familie-Tübingen“.  Aber damit nicht genug, er hat sich auch noch um die „Freibad-Gutscheinaktion 2019“ der Stiftskirche Tübingen gekümmert, dort gibt es Freibadsaisonkarten für Flüchtlingskinder und eine erwachsene Begleitperson. Damit wurden die Familien ebenfalls versorgt. Jetzt steht dem Freibadbesuch nichts mehr entgegen. Außer vielleicht  manchmal das Wetter.

Wie läufts bei Passerelle?

Immer wieder sprechen uns Nachbarinnen und Nachbarn, Bekannte oder einfach so interessierte an mit der Frage: „Wie läuft‘s eigentlich bei Passerelle?“ Und unsere Antwort? „Passerelle läuft gut!“ Meistens ist dann gar nicht so viel Zeit, um das im Einzelnen zu erklären, wir schildern dann einfach und spontan einpaar aktuelle Einblicke und Eindrücke.

Wir haben engagierte und fleißige Mitarbeitende, Honorarkräfte und Freiwillige. Es sind viele und ganz unterschiedliche Angebote, die in Passerelle „laufen“ und in denen das Projekt schafft. Die Nähwerkstätten werden sehr gut besucht, dafür gibt es mittlerweile eine zusätzliche Honorarkraft. Der Gemeinschaftsgarten wird gemanagt und fängt an zu ergrünen, sogar erste kleine Ernten sind absehbar. Für Kinder gibt es Kreativ- und Werkangebote.

Alltagsberatungen zu Lebens-, Gesundheits- und Erziehungsthemen, oft „zwischen Tür und Angel“ werden geleistet. In der Schreinerwerkstatt wurde eine Upcycling-Bank gebaut, gerade entstehen Prototypen für die Hochbeete und dort wirkt auch wöchentlich die „Werkstatt St. Michael“.  Die EXIT-Gruppe hat sich etabliert und trifft sich zwei mal wöchentlich (mit zuletzt neun Teilnehmerinnen und fünf Kindern); hier werden Techniken zum Umgang mit psychosomatischen Beschwerden und zur (posttraumatischen) Stressbewältigung vermittelt. Und die Auseinandersetzung mit Müll- und Hausreinigungsfragen schafft Probleme ab und lässt neue erkennen.

Genutzt werden die Angebote von Menschen aus dem Haus Passerelle, von den anderen beiden Häusern (Neue Nachbarn und Familienheim) und auch aus ganz Tübingen: eine Gruppe junger Männer aus Gambia trifft sich in Passerelle, um zu Kochen und sich gesundheitlich weiter zu bilden. Schön zu sehen: über die Nutzenden, die haupt- und ehrenamtlichen entstehen Übergänge und viele Formen der Verbindung.

 

Anfang gut ge-schafft!

Der Anfang ist ge-schafft! Mit gleich zwei Projektauftakten wurde die Einrichtungsphase des Projekts Passerelle abgeschlossen: Ein Anlass fand für alle statt, die das Projekt ermöglicht haben, und ein „Nachmittag der offenen Türen“ für alle Interessierten. Beide Veranstaltungen waren sehr gut besucht, das belegt das starke Interesse für das Projekt. Beim Nachmittag der offenen Tür waren es vor allem Kinder und Eltern – viele Geflüchtete, aber auch viele aus dem Quartier – die in der Werkstatt eifrig werkelten: genau so hatten wir uns das vorgestellt!

Mittlerweile spricht es sich unter den Geflüchteten in den drei Häusern, aber auch in ganz Tübingen herum, was in Passerelle geboten und möglich ist. Die Nachfrage nach den Werkstattangeboten ist groß, vor allem am Nähen, Schreinern undMöbelrestaurieren. Auch die „Werkstatt St. Michael“ hat ihre regelmäßige Arbeit aufgenommen. Passerelle schafft.

 

 

Förderzusage der Stiftung für gesundheitliche Prävention

Das Projekt Passerelle kümmert sich in allen seinen Teilen auch um die Gesundheitskompetenz und -förderung der Geflüchteten. Es entwickelt dafür neue Konzepte und setzt sie um.

Wir freuen uns sehr, dass wir nun für diesen Teil des Projekts eine Förderzusage durch die Stiftung für gesundheitliche Prävention Baden-Württemberg erhalten haben. Die Finanzierung erfolgt dabei aus Mitteln der gesetzlichen Krankenversicherung Baden-Württemberg gem. § 20a SGB V.

Das Projekt ist gestartet!

Nach einigem Verschieben wegen Verzögerungen auf der Baustelle ist das Projekt am ersten Februar auch mit der praktischen Arbeit gestartet. Die beiden Stellen für die Teilprojekte  wurde auf diesen Termin besetzt, Frau Gatz und Herr Fürbringer arbeiten schon fleißig am Vernetzen, Planen und Organisieren.

Natürlich dreht sich noch viel ums Einrichten des Projekts. Die ersten Aktivitäten sind aber schon terminiert: voraussichtlich ab dem 1. März gibt es einen Treff für Frauen zu Kultur, Sprache, Gesundheit. Die Werkstatt St. Michael wird ihre Angebote öffnen, auch Vernetzungsaktionen mit der Jugendarbeit der Kirchengemeinde sind für den Mai fest geplant, Entwürfe für Produkte in der Schreinerei entstehen, die Projekträume werden entwickelt und besiedelt, und die ersten Konflikte unter jugendlichen  Geflüchteten, die zu Stress führen, müssen geschlichtet werden.

So ein Projektbeginn ist eigentlich nicht zu planen – und so gesehen läuft bei Passerelle seit ersten Februar wirklich alles plangemäß.

Der Countdown läuft

Im Februar werden die ersten  Geflüchteten ins Haus Passerelle einziehen und die Werkstatt beginnt zu arbeiten. Kein Wunder, dass die Spannung steigt. Wird wirklich alles fertig bis dahin? So befinden wir uns immer wieder zwischen Durchatmen, wenn etwas fertig ist, und Luft anhalten, wenn sich Unsicherheiten abzeichnen.

Jeden Tag kommen wir dem Ziel ein Stück näher, was an den Bildern erkennbar wird: Das sieht doch schon ganz schön wohnlich aus!